Gewaltneigung verstehen und bestehen.
Leben zwischen Angst und Vertrauen
Univ.-Prof. em. Dr. Paul Zulehner
Lehrstuhl Pastoraltheologie Univ. Wien
Wenn es stimmt, dass neben Gier und Lüge die Gewalt eine der Strategien ist, mit denen wir uns gegen Angst verteidigen, und wenn es stimmt, das in uns allen von Anfang an eine Urangst lauert, dann gehört es zur Lebenskunst jedes Menschen, inmitten der tiefsitzenden Angst und der daran geknüpften Gewaltneigung menschenwürdig zu bestehen. Dies gelingt, wenn Vertrauen stärker ist als Angst. Damit stellt sich die Frage nach vertrauensgenerierenden Ressourcen. Zählt heute auch Religion dazu?
Intersektionale Perspektiven auf Strukturelle Gewalt
Mag.ª Dr.ⁱⁿ Anna-Christina Kainradl
Senior Scientist
Zentrum für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung (CIRAC) der Universität Graz
Der Beitrag knüpft an eine Entwicklung an, die neben der multiplen Diskriminierung auch Handlungsmacht und Widerstandspotential älterer Menschen mit Migrationsbiografie in den Fokus nehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen Umgangsstrategien älterer rumänisch- und kroatisch-sprechender Menschen mit Migrationsbiografie mit diesen Benachteiligungen, die vor dem konzeptionellen Hintergrund struktureller Gewalt diskutiert werden.
Recht und Moral bei Gewalt im Alter
Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Ganner
Institut für Zivilrecht, Universität Innsbruck
In persönlichen Nahebeziehungen spielt staatliches Recht nur eine Nebenrolle. Menschen sollen ihre Verhältnisse möglichst frei und konsensual gestalten. Die „Familienautonomie“, in welche sich der Staat nicht einmischen soll, wird daher auch grundrechtlich garantiert (Art. 8 EMRK). Wenn vulnerable Personen aber benachteiligt und unangemessen behandelt werden sowie psychischer oder körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, greifen Schutzpflichten: rechtliche des Staates sowie moralische und ethische der Gesellschaft. Deren Summe und Interaktionen stellen in Verbindung mit den vorhandenen privaten und staatlichen Strukturen (Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen) den vorhandenen Schutzschirm dar. Dessen Funktionsfähigkeit und Potenziale stehen im Mittelpunkt des Vortrags.
Gewalt im Alter – gerichtsmedizinische Einblicke
Univ.-Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ med. Sarah Heinze
Diagnostik- und Forschungsinstitut Gerichtliche Medizin,
Medizinische Universität Graz
*Seite wird laufend aktualisiert. Weitere Referent:innen folgen in Kürze.
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